Faktencheck: Mengenregulierung Milch

15. Oktober 2015 | 13:41 JT MärkteMilchviehOrganisationen/VerbändePolitik

Foto ©: JTG Agrar Service

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Vorschläge zur Milchmengenregulierung verkennen Marktrealität

„In der weiterhin äußerst angespannten Marktsituation brauchen unsere Milchbauern eine kurzfristig wirksame Hilfe. Alte Vorschläge aus der agrarpolitischen Mottenkiste auszugraben, die schon in der Vergangenheit nicht hielten, was sie versprachen, hilft den Milchbauern nicht. Jetzt kommt es darauf an, die Energie der Bundes- und Länderministerien darauf zu konzentrieren, dass die Direktzahlungen zeitnah ausgezahlt sowie Liquiditäts- und Bürgschaftsprogramme umgesetzt werden.“ Dies stellte Udo Folgart, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Milchbauernpräsident anlässlich der Veröffentlichung des DBV-Faktenchecks „Mengenregulierung Milch: Verhindert eine Regulierung wirklich Marktkrisen?“ klar.

Bauernverband veröffentlicht neuen Faktencheck „Mengenregulierung Milch“

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Vorschläge zur Mengenregulierung präsentiert, von Wissenschaftlern mehrfach bewertet und Schwachpunkte erläutert. Aus diesem Grund bewertete der DBV-Milchbauernpräsident den Beschluss der Agrarministerkonferenz, erneut eine Mengenregulierung als Kriseninstrument für den Milchsektor zu prüfen, als „nicht hilfreich“. „Die Studien der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass eine Mengenregulierung nicht nur die Marktposition der europäischen Milchbauern gefährdet, sondern auch nicht aus der aktuellen Preismisere herausführt“, unterstrich Folgart.

Diese Studien haben laut Folgart nachgewiesen, dass die erwünschte kurzfristige positive Preiswirkung unwahrscheinlich und vor allem durch die hohe Integration des deutschen Milchsektors in internationale Märkte stark limitiert ist. Auch das Institut für Ernährungswirtschaft Kiel bestätigt, den engen Zusammenhang zwischen Milchpreisen auf dem weltweiten und dem deutschen Markt. Versucht man, den heimischen Milchpreis von globalen Märkten abzukoppeln, werden Exportmärkte verloren gehen. Dies setzt wiederum den Milchpreis innerhalb der EU unter Druck, so dass der ursprüngliche Preiseffekt verpufft, so die Wissenschaft. Der mit einer Regulierung verbundene bürokratische Aufwand, die damit verbundenen Kosten und die möglichen Wettbewerbsbenachteiligungen sind nach Ansicht des Milchbauernpräsidenten Folgart weitere negative Effekte.

Nach Meinung von Folgart benötigen die Milchbauern derzeit vor allem einen Ausgleich für die Auswirkungen des russischen Importstopps. „Politische Krisen dürfen nicht auf dem Rücken der Landwirte ausgetragen werden“, betonte Folgart, „sondern brauchen auch eine politische Lösung.“

Quelle: Deutscher Bauernveband (DBV), 15.10.2015

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