Faktencheck: Stickstoff, Nitrat und Gülle

4. September 2017 | 18:32 JT BodenDüngenGülleUmwelt

Foto ©: JTG Agrar Service

Die deutsche Landwirtschaft setzt Stickstoff und Gülle immer weniger und zugleich effizienter ein. Dadurch verringert sie Emissionen und Nährstoffverluste. Das geht aus dem aktuellen Faktencheck zu Stickstoff, Nitrat und Gülle hervor. Zielgenaue und umweltschonende Ausbringungstechniken bei flüssigen Wirtschaftsdüngern (Gülle und Gärreste aus Biogasanlagen) befinden sich immer weiter auf dem Vormarsch. Der effizientere Einsatz von Düngemitteln sichert Erträge und schont gleichzeitig die Umwelt.

Landwirtschaft setzt Stickstoff und Gülle immer effizienter und umweltschonender ein

Der Faktencheck zeigt, dass die Überschüsse in den landwirtschaftlichen Stickstoffbilanzen seit 1990 rückläufig sind. In der Gesamtbilanzierung hat sich der Überschuss im Mittelwert der Jahre 1990 bis 1993 und 2011 bis 2014 um knapp ein Viertel reduziert, in der Flächenbilanz im selben Zeitraum bereits um mehr als 30 Prozent. Dies zeigt die zunehmende Effizienz des Stickstoffeinsatzes in der Landwirtschaft. Entsprechend sei entgegen der öffentlichen Wahrnehmung an den Grundwassermessstellen für Nitrat kein genereller negativer Trend festzustellen.. Der Anteil an Grundwassermessstellen mit fallenden Nitratkonzentrationen (33,4 Prozent) ist sogar größer als der Anteil mit steigenden (27,7 Prozent). Insgesamt halten 82 Prozent der Messstellen den Nitratschwellenwert von 50 Milligramm Nitrat je Liter ein. Die gerade in Kraft getretenen novellierten Düngeverordnung wird diese positiven Trends verstärken und deutlich beschleunigen.

Der Faktencheck deutet ebenso darauf hin, dass von 2010 bis 2015 weniger Rinder- und Schweinegülle ausgebracht, diese genauer dosiert und schneller eingearbeitet wurde. So sank die ausgebrachte Menge von Rindergülle um 5 Prozent und die Schweinegülle um 15 Prozent, während sich die Menge an vergorener Gülle und Biogasgärresten verdoppelte. Dies stelle einen Gewinn für die Umwelt dar, da damit Klimagase und auch Gerüche aus der Gülle gemindert werden konnten. Bei der Ausbringung flüssiger Wirtschaftsdünger zeigen die Zahlen einen Trend weg von der breiten Verteilung, dessen Anteil an der ausgebrachten Menge von fast 70 auf 55 Prozent sank (2010 bis 2015). Dahingegen verdoppelten sich besonders umweltfreundliche und präzise Verfahren wie Güllegrubber und Gülleschlitztechniken. Die Einarbeitungszeiten flüssiger Wirtschaftsdünger verkürzten sich stark, so dass Geruchs- und Stickstoffemissionen reduziert wurden: Die Menge flüssiger Wirtschaftsdünger, deren Einarbeitung länger als eine Stunde dauerte, halbierte sich von 2010 bis 2015, während sich die unmittelbar bei der Ausbringung in den Boden eingearbeitete Menge verdoppelte.

Quelle: Deutscher Bauernveband (DBV), 01.09.2017


Foto/Collage ©: JTG Agrar Service

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