Familienbetriebe sind Rückgrat der Welternährung

20. Februar 2014 | 8:14 JT NachrichtenOrganisationen/VerbändePolitik

UN-Botschafter Gerd Sonnleitner Foto: Deutscher Bauernverband

UN-Botschafter Gerd Sonnleitner
Foto: Deutscher Bauernverband

UN-Botschafter Gerd Sonnleitner auf Nord-Süd-Dialog in Brüssel
   
„Die von Bauernfamilien getragene Landwirtschaft ist das Rückgrat unserer Ernährung. Diese Form der Landwirtschaft hat das Potenzial, eine wachsende Weltbevölkerung sicher und ausreichend zu ernähren.“ Diese Feststellung traf Gerd Sonnleitner, Sonderbotschafter der Vereinten Nationen (UN) zum Internationalen Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe, auf dem sogenannten „Nord-Süd-Dialog“ in Brüssel. Zu der Tagung hatten der Weltbauernverband (WFO) und der europäische Bauernverband (COPA-COGECA) eingeladen. Mit rund 95 Prozent sei die von Familien getragene Landwirtschaft die vorherrschende Form der Nahrungsmittelproduktion. Das verlange Wertschätzung und Anerkennung, fordert Sonnleitner vor den 100 Delegierten aus Europa und Afrika. Das verlange aber auch, sich mit ihren politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen zu befassen.

Die von Familien dominierte Landwirtschaft habe durchaus sehr unterschiedliche Ausprägungen, erklärte Sonnleitner. 85 Prozent der weltweit 525 Millionen Bäuerinnen und Bauern, vorrangig in Afrika und Asien, bewirtschafteten weniger als 2 Hektar Land. In der EU betrage die Durchschnittsfläche je Betrieb knapp 14 Hektar, in Lateinamerika knapp 70 Hektar und in Nordamerika 120 Hektar. Daraus ergäben sich ungleiche Bedingungen in der landwirtschaftlichen Produktivität und im internationalen Wettbewerb. Diese zu überwinden, sei eine Kernaufgabe der nächsten Jahre.

Einzig den Fokus auf den Schutz kleinbäuerlicher Landwirtschaft zu richten, wie das oft gefordert werde, sei jedoch keine Lösung, zeigte Sonnleitner sich überzeugt. Das würde eine Zementierung der Armut in ländlichen Regionen bedeuten. Kleinbauern müssten vielmehr so gestärkt werden, dass sie ihre Betriebe zu produktiveren Unternehmen entwickeln könnten. Dazu seien aufeinander abgestimmte politische wie wirtschaftliche Maßnahmen erforderlich.

Es gäbe viele gute Beispiele, von denen man lernen könne, betonte Sonnleitner. Dabei zeigten die Entwicklungen in der Agrarwirtschaft stets drei zentrale Aspekte auf: verlässliche politische Rahmenbedingungen, eine konsequente landwirtschaftliche Aus- und Fortbildung sowie starke bäuerliche Selbsthilfeorganisationen. In diesem Dreiklang, so Sonnleitner, könne sich eine effiziente landwirtschaftliche Produktion entwickeln. Dem müssten die Verantwortlichen in Politik und Agrarwirtschaft mehr Beachtung schenken. Positiv auf die Entwicklung der Landwirte würden sich nach Sonnleitners Einschätzung die günstigen Perspektiven auf den Agrarmärkten auswirken.

Quelle: Deutscher Bauernveband (DBV), 19.02.2014


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