Haut schützen

11. April 2015 | 11:45 JT ArbeitssicherheitBetrieb

Handschuhe schützen auch vor aggressiven Stoffen sowie Gefahrstoffen. Foto ©: Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)

Handschuhe schützen auch vor aggressiven Stoffen sowie Gefahrstoffen.
Foto ©: Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)

Hautprobleme werden in der Landwirtschaft oft nicht ernst genommen und als gewöhnliche Arbeitsspuren angesehen.
Werden trockene und rissige Hände jedoch nicht konsequent behandelt, können ernste Hauterkrankungen entstehen, die eine langwierige ärztliche Behandlung nach sich ziehen. Wenn die natürliche Barrierefunktion der Haut angegriffen ist, wird sie durchlässiger für Schadstoffe, Allergien auslösende Fremdstoffe und Infektionserreger.
Dem kann mit vorbeugenden Maßnahmen durch Hautschutz entgegengewirkt werden.

Den höchsten Schutz bieten Handschuhe in den verschiedensten Ausführungen. Sie schützen nicht nur vor Verschmutzungen und Verletzungen, sondern auch vor aggressiven Stoffen sowie Gefahrstoffen. Doch einen Handschuh für alle Einsatzbereiche gibt es nicht. Je nach Tätigkeit und den sich daraus ergebenden Anforderungen muss er aus dem passenden Material bestehen und die richtigen Passform haben.

Piktogramme und weitere Informationen, wie die Europäische Norm (EN), Kennbuchstaben, Permeationslevel und Leistungslevel, geben Hinweise auf die Eigenschaften der Handschuhe.
Hier drei für die Landwirtschaft maßgebliche Normen:

EN 374 – Schutz vor Chemischen Gefahren, spezifisch, mit Kennbuchstaben JTG_EN374_Chemie_spezifisch
EN 374 – Schutz vor Chemischen Gefahren, einfach, ohne Kennbuchstaben JTG_EN374_Chemie_einfach
EN 388: Leistunslevel – Schutz gegen mechanische Gefahren JTG_EN388_Mechanik

Kennbuchstaben auf den Handschuhen:

  • A – Methanol
  • B – Aceton
  • C – Acetonitril
  • D – Dichlormethan
  • E – Kohlenstoffdisulfid
  • F – Toluol
  • G – Diethylamin
  • H – Tetrahydrofuran
  • I – Ethylacetat
  • J – n-Heptan
  • K – Natriumhydroxid 40 %
  • L – Schwefelsäure 96 %

Permeationslevel (Durchbruchszeit der Chemikalie) auf den Handschuhen:

  • 1 > 10 Minuten
  • 2 > 30 Minuten
  • 3 > 60 Minuten
  • 4 > 120 Minuten
  • 5 > 240 Minuten
  • 6 > 480 Minuten

Leistunslevel auf den Handschuhen:

  • 0-4 Abriebfestigkeit
  • 0-5 Schnittfestigkeit
  • 0-4 Weiterreißfestigkeit
  • 0-4 Durchstichfestigkeit

Werden Hautschutzmittel (z. B. gegen Hauterweichung) unter Handschuhen angewendet, ist darauf zu achten, dass sie die Schutzwirkung der Handschuhe nicht beeinträchtigen.
Bei der Arbeit mit Pflanzenschutzmitteln müssen speziell ausgewählte und geprüfte Chemikalienschutzhandschuhe verwendet werden. Kommen diese mit der Chemikalie in direkten Kontakt, können auch sie nach einigen Minuten durchlässig werden und gehören ausgetauscht.

Weitere Tipps zum richtigen Gebrauch von Handschuhen:

  • Vor jeder Verwendung auf Risse und Löcher prüfen
  • Nur über saubere und trockene Hände ziehen.
  • Nur so lange wie nötig tragen (ab ca. 20 Minuten stauen sich Wärme und Feuchtigkeit im Handschuh)
  • Bei längerem Tragen eignen sich Unterziehhandschuhe aus Baumwolle unter dem Schutzhandschuh
  • Bei flüssigkeitsdichten Handschuhen die Stulpen umschlagen – so fließt nichts hinein

Unternehmer sind nach dem Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, Arbeitsbedingungen zu schaffen mit dem Ziel, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu verhüten sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu vermeiden. Durch eine Gefährdungsbeurteilung werden Hautbelastungen erkannt, technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen geprüft und schließlich persönliche Maßnahmen zum Hautschutz getroffen. Geeignete Schutzhandschuhe sowie Hautschutz-, Hautreinigungs- und Hautpflegemittel sind bereitzustellen. Ein abgestimmter Hautschutzplan hilft bei der richtigen Benutzung.

Quelle: Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), 31.03.2015


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