Höhere Anforderungen an neue Leitern

11. Januar 2018 | 11:56 JT ArbeitssicherheitGesundheit

Grafik ©: SVLFG

Mangelnde Standfestigkeit ist die häufigste Unfallursache beim Einsatz von Leitern.
Ab Januar 2018 gilt die überarbeitete Leiternorm EN 131-1/-2. Sie enthält neue Vorgaben für Hersteller von Leitern, um die Standfestigkeit auf festem Boden zu verbessern.

Die neuen Anordnungen betreffen Anlege- und Mehrzweckleitern. Die wichtigste  Änderung betrifft alle tragbaren Anlegeleitern mit einer Länge von über drei Metern. Diese müssen in Zukunft eine größere Standbreite aufweisen, entweder durch eine konische Bauweise oder eine Quertraverse.

Doch nicht nur die Standsicherheit ist überarbeitet worden. In Zukunft werden die Leitern
in zwei Nutzungsgruppen unterteilt: Leitern für den gewerblichen und für den privaten Gebrauch. Entsprechende Piktogramme sorgen für die sichtbare Klassifizierung.

Einfluss auf Funktionen mehrteiliger Leitern:

  • Mehrteilige Schiebeleitern (Einzelteile über drei Meter eingefahrene Länge): Leiterteile dürfen nicht mehr einzeln verwendet werden.
  • Mehrzweckleitern (Oberleiter über drei Meter): Oberleiter darf nicht mehr einzeln
    verwendet werden.

Nachrüstung von Bestandsleitern möglich
Die betroffenen Leitern lassen sich normgerecht anpassen, zum Beispiel durch Montage
einer Quertraverse. Die Nachrüstung ist, je nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung,
zu empfehlen, wobei eine generelle Nachrüstpflicht für Bestandsleitern nicht besteht. Hierbei sollten immer nur Originalzubehörteile des jeweiligen Herstellers verwendet werden.

Geeigneter Einsatz entscheidend
Ob eine Leiter überhaupt für den geplanten Einsatz geeignet ist, wird durch den Unternehmer anhand der Gefährdungsbeurteilung ermittelt. Neben dem Stand der Technik sind die individuellen Einsatzbedingungen zu berücksichtigen. Beispielsweise erfolgt der Arbeitseinsatz auf gewachsenem Boden, so muss eine Leiter ausgewählt
werden, welche mit Erdspitzen versehen werden kann.

Es muss jedoch auch immer der Frage nachgegangen werden, ob die Tätigkeit nicht
sicherer mit einem anderen Arbeitsmittel durchgeführt werden kann, zum Beispiel Hubarbeitsbühne, Gerüste, Treppe, mobile Arbeitsplattform, Leiter für den besonderen gewerblichen Gebrauch (Obstbaumleiter etc.). Leitern sind nur für kurzfristige Arbeiten geeignet, wenn kein anderes Arbeitsmittel eingesetzt werden kann.

Quelle: Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), 22.12.2017


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