KWS steigert Umsatz

27. Oktober 2017 | 18:52 JT Unternehmen

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Die KWS Gruppe hat nach Ablauf des Geschäftsjahres 2016/2017 den Umsatz um 3,7 % auf 1.075,2 Mio. € gesteigert. Zwei wesentliche Faktoren sind dafür verantwortlich: Das erneute Wachstum des südamerikanischen Mais- und Sojasaatgutgeschäftes sowie die Geschäftsentwicklung im Segment Zuckerrüben, das bedingt durch ein starkes Sortenportfolio und einer hohen Nachfrage nach Zucker deutlich zugelegt hat. In Europa stiegen die Umsätze mit Ölsaaten, während Getreide- und Maisgeschäft hier leicht rückläufig tendierten. Das Betriebsergebnis (EBIT) der KWS Gruppe erreichte 131,6 Mio. € und verbesserte sich damit deutlich gegenüber dem Vorjahr. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet KWS einen leicht steigenden Umsatz bei einer weiterhin zweistelligen EBIT-Rendite.

„Die KWS Gruppe weist für das Berichtsjahr in vielen Märkten eine sehr erfreuliche Entwicklung auf. Unser Portfolio erwies sich als äußerst leistungsfähig und wettbewerbsstark. Wir möchten uns für das in unsere Sorten gesetzte Vertrauen bedanken.“, kommentierte Hagen Duenbostel, Sprecher des Vorstands, die Geschäftsentwicklung 2016/2017.

Zum 30. Juni 2017 steigerte KWS bei einer im Vergleich zum Vorjahr leicht verbesserten Herstellungskostenquote den Deckungsbeitrag um 4,6 %. Der langfristig orientierten Unternehmensstrategie folgend, setzte KWS die Steigerung der Aufwendungen für Forschung & Entwicklung – die Forschungs- & Entwicklungsquote lag bei 17,7 % – und den Vertrieb im Rahmen der Umsatzausweitung fort. Dagegen blieben die Verwaltungskosten nahezu konstant. Das EBIT der KWS Gruppe erreichte im Wesentlichen aufgrund der Umsatzausweitung 131,6 (112,8) Mio. € und lag damit 16,7 % über dem Vorjahreswert. Die EBIT-Marge stieg auf 12,2 (10,9) %. Dabei wirkte sich auch der Verkauf des operativen Kartoffelgeschäfts im Vorjahr positiv aus. Zudem kam es zu geringeren Aufwand im Rahmen des Forderungsmanagements.

Segmentberichte: Umsatzwachstum in Südamerika und Europa

Im Berichtsjahr erzielte KWS erneut einen Anstieg des Segmentumsatzes Mais. Er erreichte 825,3 (795,2) Mio. €, was einer Ausweitung von 3,8 % entspricht. Neben der Steigerung des Mais- und Sojasaatgutgeschäfts in Südamerika hatte auch das europäische Ölsaatengeschäft Anteil an diesem Erfolg. Lokal kam es zu leichten Umsatzrückgängen: die europäischen, nordamerikanischen und chinesischen Maissaatgutumsätze sanken im Rahmen der dortigen Flächenrückgänge. Das Segmentergebnis erreichte 58,2 (63,6) Mio. €. Wesentlicher Einflussfaktor auf die Ergebnisentwicklung des Segments blieb die Erhöhung der Funktionskosten: die Aufwendungen für Vertrieb und Forschung & Entwicklung – die maßgeblich das zukünftiges Wachstum ermöglichen – weitete KWS insgesamt um 15 Mio. € aus.

Das operative Geschäft des Segments Zuckerrüben steigerte KWS im Berichtsjahr dank konstant guter Sortenleistungen. Zudem profitierte das Segment von einem deutlichen Anstieg der Anbauflächen vor allem in der EU und in Osteuropa. Der Umsatz stieg um 3,4 % auf 454,6 (439,5) Mio. €. Der im Vorjahr beschlossene Verkauf des Pflanzkartoffelgeschäfts an Stet Holland B.V. wurde erfolgreich abgeschlossen. Mit dem Verkauf ergab sich ein Umsatzrückgang, welcher aber durch das Zuckerrübensaatgeschäft überkompensiert wurde. Bereinigt um die Umsatzeinflüsse aus dem Kartoffelgeschäft stieg der Zuckerrübensaatgutumsatz des Segments um 10,2 %. Die wesentlichen Umsatzzuwächse erzielte KWS in der EU-28 und Osteuropa. KWS bleibt mit 55 % mit deutlichen Abstand Weltmarktführer. Die Ertragslage des Segments verbesserte sich im Wesentlichen durch die Ausweitung des Zuckerrübensaatgutumsatzes. Das Segment erzielte eine EBIT-Steigerung auf 150,9 (118,6) Mio. €, auch positiv beeinflusst durch den Verkauf des defizitären Pflanzkartoffelgeschäfts.

Im Segment Getreide führten die Auswirkungen aus der Abwertung des britischen Pfunds und rückläufige Roggenumsätze in Deutschland zu einem Segmentumsatz von 109,3 (118,0) Mio. €. Dank konstant guter Sortenleistungen und der im Vergleich zu anderen Getreidearten relativ guten Weizenpreise konnte das Weizengeschäft an das Vorjahr anknüpfen. Die Raps- und Gerstenumsätze des Segments waren leicht rückläufig. Damit blieb Roggen mit 40 % der Hauptumsatzträger des Getreidesegments, gefolgt von Weizen Gerste und Raps. Dennoch wirkten sich geringere Herstellungskosten positiv auf das Segmentergebnis aus und konnten die negativen Ergebniseffekte aus der Umsatzreduzierung überkompensieren. Während die Vertriebskosten im Rahmen des Umsatzrückgangs gesenkt wurden, blieben die Forschungs- & Entwicklungsaufwendungen auf der Höhe des Vorjahres. Das EBIT des Segments stieg auf 10,3 (9,0) Mio. € und erreichte damit eine EBIT-Marge von 9,4 (7,6) %.

Die Umsatzerlöse des Segments Corporate werden im Wesentlichen durch die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland erwirtschaftet. Sie betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 4,8 (4,1) Mio. €. Zudem werden dem Segment sämtliche übergreifenden Kosten zugeordnet. Dazu gehören Aufwendungen für alle zentralen Funktionen der KWS Gruppe und langfristige Forschungsprojekte. Das Segmentergebnis (EBIT) fällt somit immer deutlich negativ aus. Es erreichte im Berichtsjahr –60,6 (–50,1) Mio. €.

 

Wachstumsorientierte Investitionen – Produkteinführung CONVISO SMART

Die Gesamtinvestitionen der KWS Gruppe beliefen sich im Geschäftsjahr auf 63,3 (99,6) Mio. €. Die Investitionen in Sachanlagen betrafen im Wesentlichen die Vollendung der Maissaatgutproduktionsanlage in der Ukraine und die Ausweitung der Zuckerrübensaatgutproduktionsanlage in Einbeck. Parallel wurden kleinere Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen für die Saatgutproduktion sowie Forschung & Entwicklung abgeschlossen.

Die Vorbereitungen zur Markteinführung der neuen Zuckerrübenherbizidtechnologie CONVISO® SMART – einem Gemeinschaftsprojekt mit Bayer CropScience – schritten im Berichtsjahr weiter voran. Für das laufende Geschäftsjahr 2017/2018 ist vorgesehen, mit der sukzessiven Markteinführung in ersten Ländern zu beginnen.

Dividende soll auf 3,20 € je Aktie steigen

Die Ausschüttungspolitik der KWS liegt seit mehr als 10 Jahren verlässlich in einem Korridor von rund 20 bis 25 % des Jahresüberschusses der KWS Gruppe. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Geschäftsjahres und der erreichten Steigerung der Ertragslage schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung im Dezember 2017 die Erhöhung der Dividende um 20 Cent auf 3,20 € je Aktie vor. Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Aktionäre würden hiermit 21,1 Mio. € des Bilanzgewinns der KWS SAAT SE ausgeschüttet. Damit würde die Kontinuität der ertragsorientierten Ausschüttung fortgesetzt, die Ausschüttungsquote läge bei 21,6 %. Die Dividende wird damit voraussichtlich erstmals seit Dezember 2013 angehoben.

Prognose: Umsatzwachstum bei weiterhin guter Ertragslage

Insgesamt erwartet der Vorstand derzeit für die KWS Gruppe im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016/2017 einen leicht steigenden Umsatz und eine zweistellige EBIT-Marge, die jedoch unter dem Vorjahreswert (12,2 %) liegen wird. Aufgrund der starken saisonalen Prägung des Geschäfts durch die hohe Bedeutung der Frühjahresaussaat und schwer zu antizipierenden externen Faktoren wie Witterungseinflüssen und Anbauflächenschwankungen sind detaillierte Aussagen zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung derzeit noch nicht ausreichend zuverlässig möglich. Die Forschungs- & Entwicklungsaktivitäten basieren – wie in jedem Geschäftsjahr – auf einer langfristigen Planung. Aus heutiger Sicht werden die F&E-Vorhaben zu einer steigenden Forschungs- & Entwicklungsquote führen. Auch die Investitionen werden ausgeweitet.

Quelle: KWS, 26.10.2017


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