Landwirte sorgen für Trinkwasserschutz

21. März 2014 | 8:01 JT NachrichtenNaturschutzWasser

Foto: JTG Agrar Service

Foto: JTG Agrar Service

Nicht nur 80 dt  Weizen oder 35 t Kartoffeln, sondern auch 1 Mio. l Grundwasser im Jahr produziert ein Ackerbauer auf 1 ha Land. Bei einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 56 ha in Deutschland sei mit einer Grundwasserneubildung von 56 Mio. l auf der Ackerfläche eines „Durchschnittsbauernhofes“ zu rechnen.

Diese Grundwasserneubildung reiche aus, um rund 1 200 Einwohner ein ganzes Jahr lang mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Die  Berechnung stütz sich auf die Aussagen von Prof. Dr. Hans-Peter Blum vom Institut für Bodenkunde der Universität Kiel. Der hatte schon 1997 darauf hingewiesen, dass die Ackernutzung im Schnitt eine um 100 l/m² größere Grundwasserversickerungsrate habe als der natürliche Wald.

Vielen Verbrauchern ist nicht bekannt, dass die bedeutendste Grundwasserneubildung unter landwirtschaftlich genutzter Fläche stattfinde. Der Acker- und Grünlandboden als ein wertvoller Filter bestimme wesentlich die Wasserqualität. Es sei schon eine enorme Leistung, dass in dem hochindustrialisierten Land Nordrhein-Westfalen mit einer der höchsten Bevölkerungsdichten weltweit und einer effizienten produktiven Landwirtschaft ausreichendes und hochwertiges Trinkwasser zur Verfügung stehe.

Damit der ländliche Raum Trinkwasserreservoir für die Städte bliebe, unternehemn die Landwirte erhebliche Anstrengungen. In enger Kooperation mit der Wasserwirtschaft ist der Einsatz von Betriebsmitteln wie Dünge- und Pflanzenschutzmitteln stetig und mit nachweislichem Erfolg für die Trinkwasserqualität optimiert und reduziert worden. Nicht nur dass bei der Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel auf die schnelle biologische Abbaubarkeit Wert gelegt wird, auch der Wirkstoffaufwand hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verringert. Auch bei der Nitratbelastung des Grundwassers gibt es keine Probleme. So werde laut Wasserwirtschaftsbericht der Bundesregierung an keiner Dauermessstelle in Deutschland der Trinkwassergrenzwert für Nitrat von 50 Milligramm pro Liter Wasser überschritten.

Doch nicht nur die Belastung des Trinkwassers ist beim Wasserschutz zu beachten, auch der sorgsame Umgang mit dem wertvollen Nass ist von Bedeutung. Dies gilt insbesondere für den beregnungsintensiven Gartenbau. Durch technischen Fortschritt und angepasste Produktionsverfahren konnten die Landwirte den Wasserverbrauch von 1991 bis heute um fast 70 % senken. Nur noch 1,1 % des Gesamtwassereinsatzes in Deutschland wwird von den Landwirten verwendet.

Quelle:  Rheinischer Landwirtschafts-Verband e.V. (RLV), 19.03.2014


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Vor dem Absenden bitte das Ergebnis aus der Buchstaben- und Zahlenkombination in das Textfeld eintragen. * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

*