Milch 2016

3. Dezember 2017 | 19:07 JT InfografikMärkteMilchvieh

Foto ©: JTG Agrar Service

Insgesamt wurden im Jahr 2016 in etwa 32,7 Mio. Tonnen Kuhmilch von 4.217.700 Milchkühen (Zählung November 2016) erzeugt. Dies entspricht einer Jahresmilchleistung der Milchkühe von 7 746 kg.
Von der erzeugten Milch wurden 31,3 Mio. Tonnen, d. h. 95,9 % an Molkereien geliefert. Davon wurden 794,7 Tsd. Tonnen ökologisch/biologisch gemäß Öko-Verordnung erzeugt.

Marktinformationen Milch

Von der nicht an die Molkereien und Käsereien abgegebenen Milch wurden ca. 3 Prozent u. a. an Kälber verfüttert, rund 0,2 Prozent wurden direkt verkauft oder dem Eigenbedarf inklusive Verluste (knapp 1 %) zugerechnet.

Die durchschnittliche Milchanlieferung je milchwirtschaftlichem Unternehmen lag im Jahr 2016 bei 123,7 Tsd. Tonnen und konnte gegenüber Jahr 2015 um rund 2 522 Tonnen gesteigert werden (seit 1988 mehr als vervierfacht).

Im Vergleich zum November 2016 ist die Zahl der Milchkühe im Jahr 2017 gesunken. Nach der Zählung im Mai 2017 gibt es 67 319 deutsche Milchviehbetriebe mit insgesamt 4 214 349 Milchkühen. Diese konzentrieren sich zunehmend auf die absoluten Grünlandstrandorte im Nordwesten, Niedersachsen, und im Südosten, Bayern, der Bundesrepublik Deutschland. Entsprechend ist die höchste Milchanlieferung in den Bundesländern Bayern und Niedersachsen zu verzeichnen.

Im Vergleich zum Jahr 2014 hat die Zahl der Betriebe im Jahr 2016 um 8,2 % und die Anzahl der Milchkühe um 0,9 % abgenommen. Entsprechend ist die Kuhzahl pro Betrieb von 56 im Jahr 2014 auf 60 im Jahr 2016 gewachsen. Dabei sind die Betriebe mit kleineren Kuhbeständen eher im Süden (36 Kühe/Betrieb in Bayern), die mit den größeren Beständen eher im Osten Deutschlands (188 Kühe/Betrieb) zu finden.

Im Jahr 2016 holten 195 milchwirtschaftliche Unternehmen 31,3 Mio. Tonnen ab. Insgesamt wurden im Jahr 2016 von Molkereien 32,0 Mio. Tonnen Rohmilch im Inland verarbeitet, 1 763 tausend Tonnen wurden von Molkereien zur Verarbeitung ins Ausland geliefert. Dem standen 654,8 tausend Tonnen t Kuhmilch von Erzeugern aus EU-Mitgliedstaaten an deutsche milchwirtschaftliche Unternehmen gegenüber.

Milchpreise

Der höchste deutsche Milchpreis bei tatsächlichem Fett- und Eiweißgehalt war im November 2013 mit 42,46 Ct/kg zu verzeichnen. Aufgrund des nahen Quotenendes und des hohen Milchpreises in 2013 wurde die Milcherzeugung in Deutschland leicht ausgedehnt.

Nach diesem Hoch sank der Milchpreis wegen der zunehmenden Milchmenge und der Exporteinbrüche nach Russland mehr oder weniger kontinuierlich nach einem Zwischenhoch im April 2015 (1. Monat nach Quotenende) auf 27,75 Ct/kg im August 2015. Ein erneutes kleines Preishoch war im November 2015 bei 29,75 Ct/kg bei tatsächlichen Inhaltsstoffen zu verzeichnen, um bis zum Juni 2016 auf 23,18 Ct/kg den Tiefststand seit vielen Jahren zu fallen. Die Vertragsabschlüsse der Molkereien mit dem Lebensmitteleinzel¬handel über die Preise der miteinander gehandelten Milchprodukte lagen am Anfang des Jahres 2016 unter den Preisen eines der schlechtesten Jahre für die Milchbauern, dem Jahr 2009.

Seit Juli 2016 ist im Gegensatz zu den Biomilchpreisen bei konventionellen Kuhmilchpreisen ein leichter Anstieg zu beobachten, der – sofern die Reduktion der Milchmenge auf dem Weltmarkt und innerhalb Europas anhält – auch weiterhin zu erwarten ist.

Grafik ©: BLZ

Milchmenge

Aufgrund des Quotenendes und des hohen Milchpreises in 2013 wurde die Milchanlieferung in Deutschland in 2014 um 3,5 % auf 31.389.000 t ausgedehnt. Die sinkenden Milchpreise bewirkten, dass die von deutschen Erzeugern an deutsche milchwirtschaftliche Unternehmen gelieferte Milchmenge im Jahr 2015 mit 0,3 % deutlich weniger stieg. In Deutschland hatte die Zahl der Milchkühe im November 2015 um 0,3 % abgenommen. Die jährliche züchtungsbedinge Leistungssteigerung der Milchkühe überwog diesen Effekt deutlich. Entsprechend ist die deutsche Milchmenge weiterhin angewachsen. Dies gilt insbesondere für die Milchmenge in Niedersachsen, wo die Zahl der Milchkühe im Gegensatz zu den meisten Bundesländern vom Jahr 2015 zum Jahr 2016 gestiegen ist.

Der Mai 2016 war saisonal bedingt mit 2.825.397 t der Monat mit der höchsten Milchanlieferung. Dies war auch die Spitze des Milchberges, denn die Milchmenge im Juni 2016 lag mit 2.660.432 t bereits 1,9 % unter der des Junis des Vorjahres. Die Milchmenge sank so stark, dass die Gesamtanlieferungsmenge für das Jahr 2016 ab November unter der des Vorjahres lag.

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Milchmengen und –preise nach Bundesländern

Die beiden größten Milcherzeugerländer in Deutschland sind Bayern und Niedersachsen.
Während Niedersachsen im November 2013 mit 42,40 Ct/kg für konventionelle Milch noch knapp über dem bayerischen Milchpreis lag (42,17 Ct/kg), änderte sich dies im nächsten Monat bis heute. So lag im Juni 2016 der Milchpreis in Niedersachsen bei 20,63 Ct/kg (577 597 t) und in Bayern bei 25,68 Ct/kg (629 157 t).

Niedersachsen dehnte seine Milchanlieferung stärker aus (547.000 t im Mai 2012 und 611.682 t Mai 2016) als Bayern (von 649.000 t auf 664.823 t). Entsprechend drifteten die Milchpreise immer weiter auseinander.

Bei den Anrainern von Frankreich und Österreich, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern, liegen seit dem Milchpreishoch im November 2013 die Preise in der Regel über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

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Herstellung

Aufgrund der leichten Steigerung der Milcherzeugung in Deutschland und dem Anstieg der Milcherzeugung der Mitbewerber in der EU, Irland und Niederlande, sowie dem wichtigen Mitbewerber USA wurden in Deutschland, der EU und der Welt mehr Milch(produkte) erzeugt als verbraucht. Entsprechend hoch waren die Lagerbestände der wichtigsten lagerfähigen Milchprodukte Magermilchpulver und Butter in Deutschland und in der EU.

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Konsummilch insgesamt verzeichnete in den letzten drei Jahren einen leichten Produktionsrückgang, der in der ersten Hälfte des Jahres 2016 eine Umkehr erfuhr. Der Trend geht in Richtung mehr Fett, denn im Jahr 2015 überstieg die Herstellung von Vollmilch (2.417.235 t) erstmalig die von teilentrahmter Milch (2.324.055 t). Im Gegensatz zur Konsummilch geht die Herstellung von Käse, Butter und Magermilchpulver in die entgegengesetzte Richtung. Aufgrund des Überangebotes von Milch wurden verstärkt lagerfähige Produkte wie Butter und Magermilchpulver produziert und in die private oder öffentliche Lagerhaltung (Intervention) gegeben, um den Milchmarkt zu entlasten. Dagegen wurde versucht, über sinkende Preise die gestiegene Käseproduktion abzusetzen. Im Jahr 2016 ist eine Trendwende für Butter und Käse zu sehen, deren Produktion rückläufig ist. Auch die Herstellung von Magermilchpulver ist im Juni 2016 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6 % gesunken. Etwas anders sieht die Mengenentwicklung auf dem Markt für ökologisch erzeugte Produkte aus. Hier ist ein klarer Anstieg der Konsummilch- und Käseherstellung zu erkennen, der die steigende Käufergunst für diese Produktionsrichtung widerspiegelt. Dagegen stagniert die Biobutterherstellung.

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Quelle: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), 11.2017


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