Milch, Eier und Kartoffeln aus dem Automaten

21. August 2016 | 10:44 JT BetriebsführungVerbraucherVermarktung

Foto ©: JTG Agrar Service

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Nicht nur in gewohnter Frische, sondern nun auch rund um die Uhr geöffnet, das sind die Hofläden der Zukunft. Dafür muss der Landwirt aber keine Nachtschicht hinter der Ladentheke schieben, er lässt Automaten für sich arbeiten. In den Dörfern ist es schon lange üblich, dass Kartoffelkisten an der Straße stehen, die Kunden sich einfach bedienen und das Geld in eine Kasse stecken. Nun stehen an den Straßen immer häufiger Kühlregale mit kleinen Schließfächern und Sichtfenstern, die sich nach dem Geldeinwurf öffnen lassen. Dahinter verbergen sich Kartoffeln, Äpfel, Erdbeeren, Gemüse, Eier, Milch, Joghurt, Käse, Wurst, Fleisch oder eben das, was der Landwirt gerade im Angebot hat. Einem spontanen Grillfest steht nun auch nach Geschäftsschluss nichts mehr im Weg, wenn es vor Ort einen gut sortierten Direktvermarkter gibt.

Viele Milchbauern haben den Trend zum Automatenverkauf umgesetzt, und eine Zapfstelle für Frischmilch gebaut. An diesen sogenannten Milchtankstellen können Kunden nach dem Geldeinwurf bereitstehende Flaschen rund um die Uhr mit frischer, selbstverständlich gut gekühlter Milch befüllen. Neben den Automaten ist immer ein Schild angebracht, mit dem darauf hingewiesen wird, dass es sich um Rohmilch handelt, die der Kunde vor dem Verzehr abkochen sollte. Anders als die Milch im Supermarkt, die zur Haltbarmachung erhitzt und homogenisiert wird, wird Rohmilch nach dem Melken nur gekühlt. Nur Milchviehbetriebe dürfen dieses Produkt direkt am Ort der Erzeugung verkaufen. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) schätzt die Investitionen in eine Milchtankstelle für den Landwirt auf etwa 30.000 Euro, inklusive des Umbaus, der Werbemaßnahmen und der Zuwegung. Sie empfiehlt den Landwirten, die Anschaffung gut zu durchdenken. Auch der Standort des Automaten spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg. Die LWK bietet Seminare zur Direktvermarktung an, die sehr gut besucht werden.

In Asendorf, Hoya und Schwerigen stehen seit kurzem drei neue Automaten. Die Landwirte Christian Lohmeyer, Eike Meyer und Birger Sieling bieten in ihren Hofladenkisten alles an, was ihre Höfe und die Partnerbetriebe in der Region je nach Saison liefern. Sie haben festgestellt, regional ist den Kunden wichtiger als Bio. Sie bieten außerdem Hofbesichtigungen an. Unterstützung bei der Suche nach einem Direktvermarkter in der Nähe bieten verschiedene Internetseiten an: www.service-vom-hof.de,www.milchtankstellen.com, www.milchautomaten-direktvermarkter.de. Auch die Tourismusverbände greifen den Regionaltrend auf und stellen auf ihren Internetauftritten immer mehr Melkhuskes, Milchtankstellen und Direktvermarkter vor.

Quelle: Landvolk Pressedienst (LPD), 18.08.2016


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