Minus bei Westfleisch

21. Juni 2016 | 14:14 JT MärkteNahrungsmittelUnternehmen

Foto ©: JTG Agrar Service

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Die überversorgte Märkte, die Absatzkrisen und der lahmende Export sind verantwortlich für einen Umsatzeinbruch um 3,9 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Damit sank 2015 das Ergebnis vor Steuern um 2,2 Millionen Euro. Die Produktion stieg im gleichen Zeitraum im Vergleich zu 2014 um 3%.

Die Westfleisch-Mitglieder müssen auf einen Sonderbonus und eine Dividende verzichten

Die Westfleisch-Gruppe mit mit Sitz in Münster ist in Deutschland das drittgrößte fleischverarbeitende Unternehmen und in Europa gehört es zu den Top 5.

Mit 980.300 Tonnen Fleisch und Fleischprodukten setze Westfleisch den Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Die Produktion stieg 2015 um 3 % gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz der Unternehmensgruppe lag bei 2,417 Milliarden Euro – 3,9 % weniger als im Vorjahr. Westfleisch sei als bedeutender Fleischvermarkter weiterhin auf Platz 3 in Deutschland und Nummer 5 in Europa gut positioniert, betonte Leding. 7,69 Mio. Schweine (+ 2,3 %), 378.600 Rinder (+ 7,4 %) und 69.600 Kälber (+ 9,8 %) hat Westfleisch 2015 geschlachtet und lag damit in allen Sparten deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Erfolgreicher Start in 2016

Die Genossenschaft könne im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 2016 auf ein deutlich positives Ergebnis blicken, unterstrich Carsten Schruck, der für Finanzen, IT und Personal verantwortliche geschäftsführende Vorstand, vor den Mitgliedern in der Halle Münsterland. Mit einem konzernweiten Kostensenkungs- und Restrukturierungsprogramm in der Sparte „Schwein“, habe die Westfleisch-Führung mit Erfolg auf die Einbrüche des Geschäftsjahres 2015 reagiert. Leding, der zum Jahresbeginn 2016 von Dr. Helfried Giesen die Geschäftsführung für Einkauf, Vertrieb und Technik übernommen hatte, stellte fest: „Westfleisch bleibt unabhängig, krisenfest und handlungsfähig.“

Allzeithoch bei Absatz und Schlachtzahlen

Beim Export und in der Veredelung zeichneten sich schon 2015 Erfolge ab: Der Export nach China wuchs um rund 80 %. Der Absatz in die EU-Märkte lief bei Westfleisch durchgehend besser als im europäischen Markt insgesamt. Die Veredelungstöchter der Gruppe, WestfalenLand in Münster und Gustoland in Oer-Erkenschwick, sind weiter ausgebaut worden. Investitionen in moderne Technik und Produktion spiegeln sich positiv im Jahresergebnis. Die Veredelungsbetriebe haben ihren Anteil am Konzernumsatz auf rund 30 % (Vj.: 27 %) gesteigert; der Absatz bei SB-Produkten und Convenience erreichte mit + 5,4 % einen Rekordwert.

Alle Optionen offen am Standort Paderborn

Für den Westfleisch-Standort Paderborn sind nach dem Großbrand im Fleischcenter Paderborn im Februar dieses Jahres nach wie vor „alle Optionen denkbar“. Es werden verschiedene Szenarien für einen Neuanfang geplant, erklärte Leding.
Die unmittelbar nach dem Brand eingerichtete Viehsammelstelle des Fleischcenters ist zum zentralen „Viehlogistikzentrum für die Region Ostwestfalen-Lippe“ (VLZ OWL) erweitert worden. „Westfleisch setzte damit ein deutliches Zeichen für die regionale Vermarktung als klares Bekenntnis zur Landwirtschaft in der Region“, unterstrich Leding. Die Viehströme werden von dort aus an andere Standorte der Gruppe weitergeleitet. Darüber hinaus wird das Fleischcenter in Hamm modernisiert und ausgebaut.

Sozialcharta umgesetzt: 1.000 eigene Mitarbeiter mehr

Westfleisch hatte im vorigen Jahr die „Standortoffensive deutscher Unternehmen der Fleischwirtschaft“ zusammen mit anderen Marktteilnehmern unterzeichnet. Deshalb haben die konzerneigenen Tochterfirmen für Zeitarbeit, Werkverträge und Arbeitnehmerüberlassung bis Anfang 2016 schon über 1.000 Mitarbeiter aus ehemals externer Beschäftigung wieder in eigene Strukturen übernommen.

WestCrown über Plan

Die WestCrown GmbH, das Gemeinschaftsunternehmen von Westfleisch und der dänischen Genossenschaft Danish Crown in Dissen, dient dazu, die Kapazitäten im Bereich der Sauenzerlegung und Vermarktung auszubauen. Das Joint Venture sei im Februar dieses Jahres erfreulich gut angelaufen, berichtete Leding, und liege mit einer Leistung von derzeit über 11.000 Sauen pro Woche sogar über Plan.
Landwirt und Verbraucherwillen

Zum Abschluss der Versammlung hielt Rita Stockhofe (MdB) einen kurzweiligen, mit plakativen Praxisbeispielen illustrierten Gastvortrag zu dem Thema „Kann der Landwirt dem Verbraucherwillen gerecht werden?”. Frau Stockhofe aus Haltern am See vertritt den Wahlkreis Recklinghausen II und ist Ordentliches Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und Ernährung.

Quelle: Westfleisch, 20.06.2016


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