Nebenerwerbslandwirtschaft: Eine konstante Realität

16. März 2017 | 13:00 JT BetriebsführungLändlicher Raum

Foto ©: JTG Agrar Service

Mehr als die Hälfte (52 %) aller landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland werden aktuell im Nebenerwerb geführt, das heißt, diese Bauern und ihre Familien beziehen weniger als 50 % ihres Einkommens vom landwirtschaftlichen Betrieb.

Für viele bedeute der Nebenerwerb keinesfalls der Einstieg in den Ausstieg aus der Landwirtschaft, sondern eine eigenständige Form der bäuerlichen Landwirtschaft, die zudem wichtige gesellschaftliche Aufgaben erfülle. Auf die im Nebenerwerb geführten Familienbetriebe entfallen rund 2,8 Mio. ha LF – das sind durchschnittlich 21 ha je Betrieb. Die im Haupterwerb geführten Betriebe bewirtschaften mit durchschnittlich 66 ha eine mehr als dreimal größere LF als die Nebenerwerbsbetriebe.

Auch in Nordrhein-Westfalen wird fast jeder zweite Bauernhof (45 %) im Nebenerwerb geführt. Zwischen den Landesteilen gibt es erhebliche Unterschiede: während im Rheinland rund 64 % der Betriebe im Haupterwerb bewirtschaftet wwerden, „fühlen“ sich in Westfalen-Lippe nur 49 % der Landwirte als Haupterwerbslandwirte. Den höchsten Anteil weise dabei der Regierungsbezirk Düsseldorf mit 71 % auf, gefolgt vom Regierungsbezirk Köln mit 58 %. In Westfalen-Lippe führt der Regierungsbezirk Münster mit 56 % Haupterwerbslandwirten.

Die Nebenerwerbslandwirtschaft bleibt eine konstante Realität, in manchen Regionen sogar eine dominante Form der Landbewirtschaftung und keineswegs ein „Übergangsstadium“. Nebenerwerbslandwirtschaft trägt zur Vielfalt der Erwerbsformen im ländlichen Raum bei und hat zudem eine hohe Bedeutung sowohl für den Erhalt der Kulturlandschaft als auch für die Arbeit im ländlichen Raum.

Quelle: Rheinischer Landwirtschafts-Verband (RLV), 15.03.2017


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