Neue Betriebssicherheitsverordnung

28. Juli 2015 | 8:21 JT ArbeitssicherheitNachrichten

JTG_Schild_BetrSichVSeit dem 1. Juni 2015 gilt die neue Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln, kurz Betriebs-sicherheitsverordnung (BetrSichV).

Sie betrifft alle Arbeiten mit Werkzeugen, Maschinen, Fahrzeugen, Geräten oder Anlagen, also vom Bürotelefon über den Rübenvollernter bis hin zur Biogasanlage. Die Verordnung gilt für alle Unternehmen, die Arbeitskräfte beschäftigen.

Für Unternehmen ohne Arbeitskräfte gilt sie dann, wenn überwachungsbedürftige
Anlagen betrieben werden, beispielsweise Arbeitsmittel in explosionsgefährdeten
Bereichen oder Druckanlagen.

Die Gefährdungsbeurteilung, kurz GBU, ist Dreh- und Angelpunkt, wenn die Verordnung
im Unternehmen umgesetzt wird. Es sind alle Einflüsse zu beachten, die Auswirkungen
auf die Sicherheit eines Arbeitsmittels haben können, zum Beispiel:

  • das Arbeitsmittel selbst
  • die Arbeitsumgebung
  • die Anforderungen an die Gestaltung
  • physische und psychische Belastungen
  • vorhersehbare Betriebsstörungen

Sie beinhaltet auch weiterhin die Festlegung von Art, Umfang und Fristen zur Prü-
fung von Arbeitsmitteln, einschließlich der Voraussetzungen, welche die zur Prüfung
befähigten Personen erfüllen müssen.

Von zentraler Bedeutung ist die Anforderung, dass Arbeitsmittel dem aktuellen Stand
der Sicherheitstechnik entsprechen müssen. Alle Diskussionen um Bestandsschutz
sind damit endgültig vom Tisch. Übrigens entbindet ein CE-Kennzeichen den Unternehmer nicht von einer GBU.

Neue Anforderungen wurden zur Instandhaltung und zur Zusammenarbeit mehrerer
Arbeitgeber aufgenommen: Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass Arbeitsmittel
während der gesamten Verwendungsdauer sicher betrieben werden können. Die
Instandhaltung darf nur von fachkundigen, beauftragten und speziell unterwiesenen
Beschäftigten durchgeführt werden.

Beim Zusammenwirken mehrerer Arbeitgeber ist ein Koordinator zu benennen, der
die erforderlichen Schutzmaßnahmen abstimmt. Für Betriebsstörungen oder Unfälle müssen Notfallpläne erarbeitet werden.

Quelle: Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), 24.07.2015


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Vor dem Absenden bitte das Ergebnis aus der Buchstaben- und Zahlenkombination in das Textfeld eintragen. * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

*