Radikalen Umbau der Tierhaltung gefordert

31. März 2015 | 20:19 JT Organisationen/VerbändePolitikTiereVerbraucherZukunft

Cover ©: Gutachten „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“

Die Wissenschaftler des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik (WBA) fordern in ihrem Gutachten „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ einen radikalen Umbau der Nutztierhaltung für mehr Tierwohl und hält die bisherige Form der deutschen Nutztierhaltung in wesentlichen Teilen für nicht zukunftsfähig.

Die sog. 14 „Agrar- Weisen“ schlagen folgende neun Leitlinien für die Entwicklung einer zukunftsfähigen und in weiten Teilen der Bevölkerung akzeptierten Tierhaltung vor:

  • Zugang aller Nutztiere zu verschiedenen Klimazonen, vorzugsweise Außenklima
  • Angebot unterschiedlicher Funktionsbereiche mit verschiedenen Bodenbelägen
  • Angebot von Einrichtungen, Stoffen und Reizen zur artgemäßen Beschäftigung, Nahrungsaufnahme und Körperpflege
  • Angebot von ausreichend Platz
  • Verzicht auf Amputationen
  • routinemäßige betriebliche Eigenkontrollen anhand tierbezogener Tierwohlindikatoren
  • deutlich reduzierter Arzneimitteleinsatz
  • verbesserter Bildungs-, Kenntnis- und Motivationsstand der im Tierbereich arbeitenden Personen
  • eine stärkere Berücksichtigung funktionaler Merkmale in der Zucht

Laut dem Gutachten erfordern diese Leitlinien je nach konkreter Ausgestaltung erhebliche Anpassungsprozesse, die zum Teil sofort begonnen werden können, zum Teil aber einen längeren Zeitraum erfordern.

Die konkrete Umsetzung der Leitlinien wird zu Mehrkosten führen. Überschlagen wird mit 13 bis 23 %, also etwa 3 bis 5 Mrd. Euro jährlich gerechnet. Diese Mehrkosten würden zu einer Erhöhung der Verbraucherpreise von etwa 3 bis 6 % führen.
Weiter heisst es in dem Gutachten das politische Begleitmaßnahmen nötig sind um eine Abwanderung von Teilen der Produktion in Länder mit geringeren Tierschutzstan-
dards zu verhindern.

Die Ziele, so die Gutachter, sind nur durch gemeinsame Anstrengungen von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu erreichen.

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