Schwein gehabt

26. August 2017 | 14:12 JT MärkteSchweineTierproduktion

Konferenzteilnehmer in Wageningen, Niederlande
Foto ©: Mandes Verhaagh / Thünen-Institut

Agrarökonomen stellen auf internationaler Konferenz Trends der Schweineproduktion vor

Nach einer mehrjährigen wirtschaftlichen Durststrecke zeigten sich im Jahr 2016 in vielen Ländern wieder positive Entwicklungen in der Rentabilität der Schweineproduktion. Auch der globale Handel mit Schweinefleisch und Nebenprodukten expandiert weiter. Dies waren Kernergebnisse der diesjährigen Pig-Konferenz im niederländischen Wageningen, die von den beiden Agrarökonomen-Netzwerken agri benchmark Pig und InterPIG gemeinsam ausgerichtet wurde. Beide Netzwerke vereinbarten zudem eine langfristige Zusammenarbeit.

Aufschwung für die Produzenten

Für die Ferkel- und Mastschweineproduzenten bot das Wirtschaftsjahr 2016 eine Verbesserung nach der Niedrigpreisphase von 2015. „Steigende Ferkel- und Schlachtschweinepreise und konstante bzw. sinkende Futtermittelpreise führten sowohl in der EU als auch global zu einer höheren Rentabilität der Betriebe“, erläutert Dr. Claus Deblitz vom Braunschweiger Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, wo das agri benchmark Pig Netzwerk koordiniert wird. Betriebe in Brasilien hätten die geringsten Produktionskosten, gefolgt von Russland, Canada, Europa und Asien.

Beim Handel liegt der Fokus auf China 

Der weltweite Handel mit Schweinefleisch fokussiert sich weiter auf China. Noch im Jahr 2014 befanden sich sechs der zehn größten Exportströme innerhalb der europäischen Union; nur einer der Top-10-Handelsströme führte von Deutschland nach China. 2016 hingegen waren nur noch zwei der Top-10-Handelsströme innerhalb der EU, dafür führten aber fünf nach China.

Deutschland hat in diesem Zeitraum die Exporte nach China beinahe verdoppelt. Auch Spanien, Dänemark sowie die USA und Kanada nutzten den expandierenden Markt in China, um ihre Exporte auszuweiten. Die Hauptgründe für die hohen Importe Chinas liegen im weiter steigenden Inlandsverbrauch und den fehlenden inländischen Produktionsmengen. Es ist allerdings ein Umbau zu moderneren, größeren, aber auch umweltfreundlicheren Sauen- und Masteinheiten in China zu beobachten. Ob und wie dies den internationalen Handel beeinflussen wird, ist derzeit noch unklar.

Foto ©: JTG Agrar Service

Zusammenarbeit von agri benchmark Pig und InterPIG  

Das Netzwerk agri benchmark Pig vergleicht jährlich auf globaler Ebene Produktionssysteme, -kosten und Wirtschaftlichkeit typischer Betriebe, jeweils ergänzt um verschiedene Markt- und Strukturdaten. Die Ergebnisse von InterPIG basieren nicht auf Daten typischer Betriebe, sondern repräsentieren jeweils einen nationalen bzw. regionalen Durchschnittswert der Ferkelproduktion und der Schweinmast. Damit ergänzen sich beide Ansätze. Ein Vergleich der agri benchmark-Daten typischer Betriebe mit den Durchschnittsdaten von InterPIG zeigte erwartungsgemäß, dass die agri benchmark-Ergebnisse auf vergleichbarem Niveau liegen und um die InterPIG-Ergebnisse schwanken.

Beide Netzwerke vereinbarten, die bestehenden institutionellen und personellen Überschneidungen auch zukünftig auszubauen. 2018 wird die gemeinsame Konferenz in Reggio Emilia, Italien, stattfinden.

Für Deutschland erhebt agri benchmark Pig systematisch Daten typischer Betriebe. Dies geschieht in Kooperation mit der Praxis und umfasst alle relevanten Regionen. Ende 2017 werden insgesamt 11 Betriebe im deutschen Vergleich stehen. Die Ergebnisse werden in einem deutschsprachigen Pig-Report zusammengefasst, der über die Seite www.agribenchmark.org/pig zu beziehen sein wird. Die Daten werden auch für weitere aktuelle Analysen zum Thema Wettbewerbsfähigkeit, Tier- und Umweltschutz verwendet.

Quelle: Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, 25.08.2017


Foto/Collage ©: JTG Agrar Service

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