Sigmar Gabriel mit Problemen deutscher Landwirte konfrontiert

8. September 2016 | 10:49 JT PolitikSPD

Foto ©:  trecker.com

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Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel befasste sich bei seinem Besuch des Agrarsoftwareanbieters trecker.com in der letzten Woche mit der Landwirtschaft. Wo der Schuh drückt, zeigte das Berliner Unternehmen durch die Präsentation ungeschönter Kundenstimmen.

In der letzten Woche besuchte Bundeswirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel den Berliner Agrarsoftwareentwickler trecker.com. Beim gemeinsamen Treffen informierte sich Gabriel über Smart Farming in der Praxis und testete selbst die App des Anbieters. In einer anschließenden Diskussionsrunde rückte trecker.com den Fokus auf die Bauchschmerzen, die politische Entscheidungen den deutschen Landwirten bereiten. Bereits im Vorfeld rief der Softwareentwickler seine Kunden und Interessenten über soziale Medien auf, Kommentare zuzusenden, die man Sigmar Gabriel vortragen solle. Mit diesen konfrontierte trecker.com den Minister während seines Besuchs.

Ausnahmen im Arbeitszeitgesetz

Neben der Wichtigkeit einer herstellerunabhängigen Prüfstelle für Agrarsoftware und flächendeckender 4G-Verfügbarkeit erklärte trecker.com u.a. wie schwierig die Anforderungen des Arbeitszeitgesetzes für Landwirte in der Praxis seien. In Spitzenzeiten müssen Landwirte für kurze Zeit zusätzliche Aushilfen einstellen, da die eigenen Mitarbeiter das Arbeitsvolumen aufgrund der eingeschränkten Arbeitszeiten nicht bewältigen dürfen. Diese gesetzlich bedingte Handhabung belaste Betriebsleiter wie Mitarbeiter gleichermaßen. „Die Einarbeitung von Aushilfen, die nur kurz im Betrieb bleiben und für die es keine Garantie gibt, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen, ist nicht nur kostspielig, sondern auch ein enormer Zeitaufwand für unsere Kunden. Die Stamm-Mitarbeiter wiederum wollen gerne für Ausgleichszeiten außerhalb der Saison länger arbeiten, dürfen es aber per Gesetz nicht. Eine Ausnahmeregelung für diese Perioden würde für alle eine riesige Erleichterung bringen.“ erläuterte ein Kundenbetreuer von trecker.com. Gabriel verwies darauf, dass Ausnahmen vom Arbeitszeitgesetz grundsätzlich möglich seien, jedoch in der Hand der Länder lägen. „Darüber sind Landwirte schlichtweg oft nicht informiert.“, erklärte Gabriel und riet Landwirten dazu, sich eingehend bei den Landwirtschaftskammern beraten zu lassen. Trotzdem diese offensichtlich Schwierigkeiten haben, diese für die Erntezeiten notwendige Flexibilität bei den Ländern durchzusetzen, sah Gabriel keinen Änderungsbedarf zur Unterstützung der Landwirtschaft auf Bundesebene.

Zugeständnisse bei der Dokumentation

Aufgeschlossener reagierte er beim Thema Dokumentationsaufwand. Über Kundenstimmen kritisierte trecker.com, wie undurchsichtig gesetzliche Auflagen für Landwirte seien und erklärte: „Es gibt immer strengere Dokumentationspflichten, die sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden und sich zudem ständig ändern. Es ist eine große Herausforderung, da noch durchzublicken und Landwirte haben entsprechend große Angst, versehentlich Fehler bei der Dokumentation im Pflanzenbau, der Lager- oder Tierhaltung zu begehen.“ Dem stimmte Gabriel weitestgehend zu und gestand ein, dass es in Deutschland einheitlicher und transparenterer Auflagen bedürfe. Gleichzeitig betonte er, dass moderne Software Landwirten hierbei schon jetzt das Leben enorm erleichtern und den Verwaltungsaufwand abnehmen könne. Durch die digitale Erfassung und Auswertung von Daten im Betrieb könnten Landwirte u.a. die von der SPD für das Düngesetz geforderte Hoftorbilanz ohne einen Mehraufwand ausweisen.

Quelle:  trecker.com, 07.09.2016


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