Son­nen­blu­men- und Rapsschrot im­mer be­lieb­ter

10. Juli 2018 | 7:38 JT FuttermittelInfografikRaps

Noch nie haben Landwirte so viel Rapsschrot in Deutschland verfüttert. Auch Sonnen-blumenschrot stieg in der Gunst. Der Verbrauch von Sojaschrot sank dagegen deutlich.

Landwirte verfüttern so viel Son­nen­blu­men- und Rapsschrot wie nie

Im letzten Jahr verfütterten deutsche Landwirte rund 4,3 Millionen Tonnen Rapsschrot – so viel wie nie zuvor. Damit war Rapsschrot 2017 beliebtestes Eiweißfuttermittel in Deutschland. Auch der Verbrauch an Sonnenblumenschrot legte zu. Er stieg innerhalb eines Jahres um rund 150.000 auf etwa 450.000 Tonnen. Im Gegensatz dazu sank der Verbrauch von Sojaschrot um 400.000 auf rund 3,7 Millionen Tonnen. „Anscheinend kommen die Landwirte ab 2017 verstärkt den Forderungen nach einer gentechnikfreien Fütterung nach, sodass sie zunehmend auf Raps- und Sonnenblumenschrot umstellen“, so Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland.

Grafik ©: OVID

Mit 19.000 Hektar Anbaufläche und einer Ernte von rund 61.000 Tonnen in 2017 spielt Soja aus Deutschland nach wie vor nur eine kleine Rolle. Das entspricht einem Anteil von 1,3 Prozent am gesamten Sojaschrotverbrauch hierzulande. „Auch wenn in der Öffentlichkeit häufig anderes behauptet wird, Deutschland ist weiterhin auf Sojaimporte aus Süd- und Nordamerika angewiesen“, so Sprick.

Zur Proteinversorgung von Rind, Schwein und Geflügel kommen auch andere Körnerleguminosen zum Einsatz. Im letzten Jahr wurden in Deutschland rund 540.000 Tonnen geerntet. Schätzungen für das laufende Jahr deuten darauf hin, dass die Menge aufgrund der neuen Greening-Vorgaben eher rückläufig sein dürften. So hat sich etwa die Anbaufläche von Futtererbsen für 2018 um 10.000 auf rund 75.000 Hektar verringert.

Zwar war Raps mit einer Erntemenge von 22 Millionen Tonnen im letzten Jahr die wichtigste europäische Eiweißfutterpflanze, dennoch liegt der Selbstversorgungsgrad mit Proteinfutter in Deutschland und der EU nur bei etwa 35 Prozent. Die Lücke von 65 Prozent wird größtenteils durch Sojaimporte gefüllt.

Quelle: Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V. (OVID), 05.07.2017


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