Strukturwandel setzt sich fort

17. Oktober 2013 | 12:12 JT Nachrichten

Wachstumsschwelle der landwirtschaftlichen Betriebe bei 100 ha

Im Jahr 2012 gab es in Deutschland 287 500 landwirtschaftliche Betriebe, die eine landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) von rund 16,7 Mio. ha bewirtschafteten. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zwischen 2007 und 2012 hat um 34 100 landwirtschaftliche Betriebe abgenommen.

Das sind 10,6 % weniger. Pro Jahr entspricht dies einer Abnahmerate von 2,2 %. Damit scheint sich der landwirtschaftliche Strukturwandel etwas verlangsamt zu haben. Denn in den Jahrzehnten zuvor lag die durchschnittliche jährliche Abnahmerate der Betriebe bei etwa 3 %, was statistisch etwa alle 20 Jahre eine Halbierung der Zahl der Betriebe bedeutet.

Die durchschnittliche Flächenausstattung der landwirtschaftlichen Betriebe erreichte rund 58 ha LF im Vergleich zu 52 ha im Jahr 2007. Bei regionaler Betrachtung werde sowohl in West- als auch in Ostdeutschland ein Nord-Süd-Gefälle der Betriebsgrößen deutlich. Die Flächenausstattung alleine lasse jedoch noch keine Aussage über die betriebliche Wettbewerbsfähigkeit zu, die auch bei geringer Flächenausstattung etwa durch den Anbau von Sonderkulturen oder besondere Vermarktungsformen beziehungsweise durch eine intensive Tierproduktion gegeben sein könne.

Grafik: Situationsbericht 2013 /Quelle: Statistisches Bundesamt

Diese Zahlen zeigen aber, dass sich der Strukturwandel im Bereich der Landwirtschaft hin zu immer größeren Betrieben weiter fortsetzt. Die sogenannte Wachstumsschwelle, unterhalb derer die Zahl der Betriebe ab- und oberhalb derer die Zahl der Betriebe zunimmt, steige kontinuierlich an. Die Zahl der Betriebe in den Größenklassen unter 100 ha LF nehmen ab. Die Zahl der Betriebe mit 100 ha und mehr hingegen steigen zwischen 2007 und 2011 bundesweit um 2 400 auf 34 100 Betriebe an. Diese Betriebe bewirtschafteten 56 % der LF in Deutschland.

Hinweis: Seit 2010 sind die Erfassungsgrenzen von 2 auf 5 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) angehoben. Betriebe mit weniger als 5 ha werden nur noch dann erfasst, wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten werden (z. B. 50 Schweine, 10 Rinder oder 0,5 ha Sonderkulturen). Die Ergebnisse vor 2007 sind daher nicht voll vergleichbar. Von den 375 000 Betrieben der Agrarstrukturerhebung 2007 fallen etwa 53 000 Betriebe unter die angehobenen Erfassungsgrenzen. Diese repräsentieren aber nur etwa 1 % der erfassten Produktionsgrundlagen (landwirtschaftlich genutzte Fläche und Viehbestände).

Quelle: Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV), 16.10.2013


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