Tierbeobachtung, Basis für Tiergesundheit

14. Mai 2016 | 16:58 JT Organisationen/VerbändeSchweineTierproduktionTierwohl

Foto: JTG Agrar Service

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Bei einer öffentlichen Fachtagung befasste sich der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) am 3. Mai 2016 in Wernigerode mit verschiedenen Facetten der Tiergesundheit. Zum Hintergrund des Tagungsthemas verwies der ZDS-Vorsitzende, Paul Hegemann, auf die wichtige Rolle der Tiergesundheit in Verbindung mit verschiedenen aktuellen Herausforderungen, wie dem Antibiotika-Monitoring, dem Schwanzbeißen, der Jungebermast, den Schlachtbefunden und nicht zuletzt dem Tierwohl. Es gelte, die Zusammenhänge zu erklären und für die Problemlösung zu nutzen, frei nach der alten Bauernweisheit das Auge des Herrn mästet das Vieh. In diesem Sinne wurden die einzelnen Themenkomplexe von den Referenten der Tagung näher beleuchtet.

Dr. Andreas Palzer setzte sich kritisch mit dem staatlichen Antibiotikamonitoring auseinander. Er sah u.a. Risiken für die Tiergesundheit und den Tierschutz sowie für die Verringerung der Resistenzproblematik. Ursächlich hierfür ist der systembedingte Zwang zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes bzw. der Behandlungstage. Vor diesem Hintergrund äußerte er die Hoffnung auf eine baldige Korrektur der gesetzlichen Auflage, jeweils bei 25 % aller Betriebe eine Absenkung zu erzwingen.

Frau Dr. Dana Madey berichtete am Beispiel verschiedener Betriebstypen sehr anschaulich aus der tierärztlichen Beratungstätigkeit über den Problemkomplex des Schwanzbeißens. Hierbei gab sie wertvolle Hinweise für die Früherkennung und Vorsorge. Als besonders wichtig stellte sie hierbei die Tiergesundheit und die Tierernährung heraus. So empfahl sie eine aufmerksame Tierbeobachtung sowie eine Absonderung verhaltensauffälliger und kranker oder verletzter Tiere, um sie schützen und gezielt behandeln oder pflegen zu können.

Georg Freisfeld informierte über seine Erfahrungen als Schweinehalter mit der Jungebermast. Auch er unterstrich die Notwendigkeit einer aufmerksamen Tierbeobachtung und einer frühzeitigen Separierung kranker oder verletzter Tiere. Hierfür empfahl er eine Abtrennung in der Bucht, um den Kontakt zwischen den Tieren zu ermöglichen und eine spätere Wiedereingliederung zu erleichtern. Zu beachten sei eine besondere Empfindsamkeit der männlichen Tiere gegenüber Umweltveränderungen (Geräusche, Gerüche, Futter usw.).

Heribert Qualbrink unterstrich den Wert von Schlachtbefunden für Informationen zur Tiergesundheit und zum Tierwohl. Er forderte eine verbesserte einzel- und überbetriebliche Nutzung dieser Daten im Rahmen eines elektronischen Erfassungs- und Auswertungssystems. Auch betonte er die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit der Landwirte mit den Hoftierärzten.

Frau Schrimpf (in Vertretung für Frau Dr. Doris Gnielka) und Bodo Zier stellten das Konzept und den positiven Effekt eines systematischen Tiergesundheitsmanagements am Beispiel eines ostdeutschen Betriebes vor. Hierbei betonte die Tierärztin die besondere Bedeutung einer guten Kommunikation mit den zuständigen Personen im Betrieb.

Unter Moderation von Prof. Nicole Kemper, Tierärztliche Hochschule Hannover, wurde in der abschließenden Diskussion u.a. der Bedarf für eine aufmerksame Tierbeobachtung und für ein gutes Zusammenspiel von Hoftierarzt, Beratern und Betriebsangehörigen heraus gearbeitet. Nur so sei es möglich, betriebsspezifische Strategien zur Sicherung und Verbesserung der Tiergesundheit zu entwickeln und erfolgreich anzuwenden.

Quelle: Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS), 13.05.2016


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