Tierverhalten beobachten, Rückschlüsse ziehen und Maßnahmen ableiten – Teil 2: Gruppenbeobachtung

21. März 2013 | 9:25 JT AusbildungBerufsschuleBetrieb WeimannMilchviehProjektTierproduktion

Für die Berufsschule, Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg in Münster, habe ich für das Fach Tierbroduktion unsere Red Holstein Milchkühe beobachtet.

Teil 1: Rahmenbedingungen für die Beobachtungsdokumentation
Teil 2: Gruppenbeobachtung
Teil 3: Einzelbeobachtung und Fazit

Hier der zweite Teil, der 3 Teil folgen in den nächsten Tagen.

Teil 2: Gruppenbeobachtung

Verteilung der Kühe im Stall

Beobachtungsplätze im Stall sind:

  • Tränke
  • Futtertisch
  • Gang
  • in der Box
  • halb in der Box
  • in der Box liegend (Kontrollspalte)

Morgens nach dem Melken stehen die Kühe am liebsten am Futtertisch. Dort liegen
noch Reste vom Vortag. Die zweit größte Gruppe liegt zu diesem Zeitpunkt in der
Liegebox. Ein ähnliches Verhalten ist nach der Tagesfütterung, also gegen Mittag,
zu beobachten. Die Verteilung der Kühe am Nachmittag, also so gegen 16.00 Uhr,
ca. eine Stunde vor dem abendlichen Melken, ist ausgeglichener. Alle Bereiche des
Stalls werden genutzt. Auch nach dem abendlichen Melken, um ca. 18.00 Uhr, bietet
sich ein ähnliches Bild. Der Hauptaufenthaltsort der Kühe ist wieder der Futtertisch,
der Rest verteilt sich auf die anderen Bereiche.

Es ist davon auszugehen das die Kühe sich in den Liegeboxen wohl fühlen und am
Futtertisch eine gute Futteraufnahme möglich ist. Diese Rückschlüsse spiegeln sich
in der guten Milchleistung (ca. 10% Steigerung) wieder. Grund wird die vor sechs
Monaten vollzogene Umstallung von der Anbindehaltung in den Laufstall und die
Optimierung der Fütterung sein. Nach einer Beratung durch den Futtermittelhersteller
und -lieferanten Schaumann und einer Futteranalyse (Grass- und Maissilage) durch
die Lufa.

Anzahl der stehenden Kühe die fressen

Da die Kühe zum Fressen stehen müssen, das Futter auf dem Futtertisch ist nur im
stehen für die Kühe zu erreichen, kann man hier nicht sagen das die Kühe gerne im
stehen fressen obwohl in den meisten Fällen mehr als die Hälfte der stehenden Kühe
fressen.

Zu allen Uhrzeiten und unabhängig der Beobachtungskriterien (nach dem Melken,
nach dem Füttern, vor dem Melken, nach dem Melken) fressen in den meisten Fällen
mehr als die Hälfte der stehenden Kühe. Ausnahme ist hier die Zeit um ca. 16.00
Uhr, also vor dem abendlichen Melken, hier Fressen weniger als die Hälfte der
stehenden Kühe. Nach der Fütterung um ca. 11.00 Uhr haben die Kühe eine hohe
Futteraufnahme. Sie sind Satt. Aus diesem Grund Fressen zu dieser Zeit weniger als
die Hälfte der stehenden Kühe.

Anzahl der liegenden bzw. stehenden wiederkäuenden Kühen

Da die Kuh das Futter anfänglich nur ab schluckt ist es wichtig das anschl. mit der
Wiederkautätigkeit begonnen wird. Hierbei werden Pflanzenteile durch einen Reflex
ins Maul zurückgefördert und dann ausgiebig gekaut. Die kräftigen Mahlzähne
zerreiben das Futter zu einem feinen Brei. Dabei wird jeder Bissen kräftig
eingespeichelt. Eine Kuh produziert dazu 200 Liter Speichel am Tag.

Die Quote der liegenden wiederkauenden Kühe ist zu jedem Beobachtungszeitunkt
wesentlich Höher als die der stehenden wiederkauenden Kühe. Als Grund ist hier
anzunehmen das die Kühe es möglichst bequem und Gemütlich beim Wiederkauen
haben.

Beobachtungsprotokoll Boxenlaufstall


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