Verbrennen von Brotgetreide ökonomisch sinnvoller als die Vermarktung

5. Januar 2018 | 16:23 JT GetreideMärkteNahrungsmittel

Foto ©: JTG Agrar Service

Die Versorgungslage an den internationalen Märkten ist Dank der globalen Erntemengen mehr als ausreichend. Es reicht rechnerisch für alle, stellt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) in ihrem aktualisierten Bericht zur globalen Marktversorgung mit Hinweis auf die dennoch kritische Ernährungssituation in vielen Teilen der Welt fest. Ursache für Hunger in der Welt seien vor allem militärisch geführte Konflikte, schlechte Staatsführung und unwetterbedingte Katastrophen, aber auch die mangelnde Bereitschaft reicher Industriestaaten für eine wirksame Nahrungsmittelhilfe zur Beseitigung der schlimmsten regionalen Hungersnöte.

Die UFOP betont, dass der 27-seitige Bericht die Versorgungslage im Zusammenhang mit der Verwendung nachwachsender Rohstoffe für die Biokraftstoffproduktion aufzeige. Insbesondere außerhalb der Europäischen Union werde die Biokraftstoffnutzung über Quotenregelungen vorangetrieben. Nicht zuletzt wegen einer massiven Überversorgung seien die Regierungen in Asien sowie Nord- und Südamerika gezwungen, mengen- und damit erzeugerpreiswirksame Absatzmärkte zu erschließen, unterstreicht der Verband. Dies bestätige auch die prekäre Marktsituation bei Brotweizen von derzeit ca. 150 EUR je Tonne. Der energetische Wert dieser Getreidemenge entspreche ca. 400 l Heizöl oder etwa 220 EUR je Tonne, je nach aktuellem Preis für Heizöl. Das „Verbrennen“ wäre also ökonomisch gesehen sinnvoller als die Vermarktung als Brotgetreide, rechnet die Union vor.

In den Warenkörben der Industrieländer und großer Agrarexportnationen nimmt der Anteil landwirtschaftlicher Rohstoffe zur stofflichen und energetischen Nutzung zu. Auch diese Entwicklung wird im Bericht dargestellt in Zusammenhang mit dem völkerrechtlich verbindlichen Ziel, die Erderwärmung auf max. 2 Grad oder besser 1,5 Grad bis 2050 zu begrenzen. Die Bedeutung der Biomasseproduktion bzw. die mit dieser Verpflichtung einhergehenden Chancen gerade für die Landwirtschaft als Lieferant nachhaltig produzierter Kohlenstoffquellen, werden leider nicht als Chance gesehen, kritisiert die UFOP. Stattdessen werde eine wenig sachgerechte „Tank-Teller“- und „iLUC-Diskussion“ geführt.

Während sich die Bioökonomie zur stofflichen Nutzung von Biomasse noch über Studien in der „Lernkurve“ befinde, gehe die europäische Biokraftstoffpolitik mit gesetzlich verankerten Vorgaben für eine nachhaltige Biomasseproduktion und -verarbeitung voran. Diese reichen von einer datierten Biomasseherkunft (Stichtag: Januar 2008) bis hin zum Nachweis der Treibhausgasminderung im Vergleich zum fossilen Kraftstoff von mind. 60% ab 2018 für Neuanlagen. Mit Hinweis auf die aktuelle Diskussion zur Neufassung der Erneuerbare Energien-Richtlinie (REDII) stellt die UFOP Verbesserungsbedarf bei den sozialen Kriterien fest, wie dies auch der Europäische Rechnungshof in seinem Bericht angemahnt habe. Entscheidend sei die Tatsache, dass die zertifizierten Nachweise Voraussetzung für den Marktzugang in die Europäische Union seien, allerdings bisher nur für die Biokraftstoffnutzung. Richtigerweise werden zunehmend Forderungen lauter diese Kriterien weiterzuentwickeln zur Schaffung eines „Rahmens“ für einen global fairen Wettbewerb, unabhängig von der Endverwendung des Rohstoffs.

Quelle: Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP), 05.01.2018


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